Workshop Sucht
Erfolgreicher Workshop zum Thema „Sucht“ an der neuen Mittelschule des BRG/BORG Wolfsberg
Kürzlich fand an der Neuen Mittelschule des BRG/BORG Wolfsberg ein Projektvormittag zum Themenschwerpunkt „Suchtprävention“ statt. Mag. Kollienz-Marin, von der Caritas Suchtberatung erarbeitete als externe Expertin mit Schülern der 3a Klasse mittels alternativer Unterrichtsgestaltung wichtige Kompetenzen zur Vermeidung von Suchtverhalten. Anhand unterschiedlicher Zugänge und gruppenorientierter Lernformen wurden zunächst Gründe für das Abgleiten in Sucht erarbeitet, wobei die Schüler an praktischen Beispielen den Weg in die Sucht von Konsum über Gewöhnung bis zu Missbrauch nachzeichneten.
Danach wurden in Gruppenarbeiten und Plenargesprächen verschiedene Ursachen für Suchtverhalten besprochen. Der Wunsch „cool“ zu sein, kam dabei ebenso zur Sprache, wie das Bedürfnis erwachsen zu wirken, die Orientierung an Vorbildern, die Spannung Verbote zu brechen und der Widerstand gegen Normen. Gruppendruck, Annerkennungswunsch, Problembewältigungsstrategien bei Schulschwierigkeiten, Konflikten in der Familie sowie Enttäuschungen sind weitere Motive, die die Schüler gemeinsam mit der Referentin erarbeiteten. Die Gruppen kamen überdies zu dem Ergebnis, dass auch Langeweile, Einsamkeit, mangelnde Zuwendung, geringes Selbstwertgefühl und Unsicherheit Beweggründe für Missbrauchsverhalten sein können.
Anhand des so genannten „Klaviermodells“ wurden Alternativen aufgezeigt, die Kinder und Jugendliche stark gegen Sucht machen. Als wesentliche Bausteine dabei wurden folgende Eigenschaften erarbeitet: Selbstwertgefühl, Genussfähigkeit, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, ein gesundes Körpergefühl, Geborgenheit und soziale Beziehungen, Alternativen zum Konsum, eine nicht zu niedrige Frustrationstoleranz, Kreativität, positive Zukunftsperspektiven, eine gute Ausbildung und eine erfüllende Arbeit. Symbolisch wurde von den Kindern abschließend ein Schirm mit wichtigen Eigenschaften beschrieben, der gleichsam als „Schutzschirm“ wertvolle Impulse für ein Leben ohne Sucht bieten soll.
Die Kinder zeigten sich begeistert von den vielen unterschiedlichen Zugängen und Lernmethoden und hatten an der Erarbeitung der Inhalte und am Erwerb der Kompetenzen sichtlich Spaß. Mag. Kollienz-Marin verstand es hervorragend, die Sprache der Schüler zu treffen und ging mit großer Sensibilität und viel pädagogischem Gespür auf die Fragen und Beiträge der Kinder ein. In den Fächern Soziales Lernen und Religion wurden die Workshopergebnisse noch vertieft und weiter bearbeitet. Das Projekt wollte ein Beitrag zur schulischen Suchtprävention sein und im Zusammenhang mit einem Elternabend vernetzende Impulse dazu geben.
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